Vorgehensweise bei konischem Biegen – Besonderheiten bei der Walzeneinstellung
Eine Hezinger Rundbiegemaschine biegt ein flaches Blech konisch zu einem Kegel. Durch präzise Steuerung und variablen Anpressdruck lässt sich der Biegeradius stufenlos anpassen, sodass das Material gleichmäßig geformt wird. Das Verfahren eignet sich für Apparatebau, Lüftungstechnik und industrielle Fertigung, bei der exakte Kegelformen und Rundungen erforderlich sind.
Das konische Biegen – also das Umformen von Blechen zu Kegel- oder Trichterformen – stellt besondere Anforderungen an Mensch und Maschine. Im Gegensatz zum klassischen Rundbiegen erfordert das Biegen eines Konus eine gezielte, asymmetrische Zustellung der Seitenwalzen sowie eine präzise Ausrichtung des Werkstücks entlang der Walzenachse. Die Herausforderung besteht darin, dass das Werkstück am Anfang der Biegung eine andere Länge als am Ende hat, was ein gleichmäßiges Einziehen und eine kontrollierte Materialverformung erschwert.
Technische Voraussetzungen und Maschinenanforderungen
Für das konische Biegen eignen sich insbesondere Rundbiegemaschinen mit drei oder vier Walzen und motorisierter Zustellung. Idealerweise verfügen diese über:
- Asymmetrisch einstellbare Seitenwalzen, die das differenzierte Anpressen entlang der konischen Kontur ermöglichen.
- Digitale oder CNC-gesteuerte Walzenpositionierung, um die unterschiedlichen Kräfte gezielt und reproduzierbar einzustellen.
- Kippvorrichtungen oder schwenkbare Oberwalzen, um das fertige Werkstück problemlos zu entnehmen.
- Zusatzeinrichtungen wie Konen-Abstützung, die das kontrollierte Einziehen des Blechs unterstützen und ein Verrutschen verhindern.
Ablauf des konischen Biegevorgangs
- Werkstückvorbereitung: Das Blech muss vor dem Biegevorgang bereits in Trapezform zugeschnitten sein – mit dem gewünschten großen und kleinen Radius.
- Positionierung: Das Werkstück wird so auf die Unterwalzen aufgelegt, dass es leicht schräg zur Walzenachse liegt. Diese Schräge entspricht dem Öffnungswinkel des späteren Konus.
- Walzeneinstellung: Die Seitenwalzen werden asymmetrisch angestellt – eine stärker, eine schwächer – sodass das Blech auf der einen Seite stärker gebogen wird.
- Biegevorgang: Das Blech wird kontrolliert durch die Walzen geführt. Der Anpressdruck muss während des Prozesses ggf. nachjustiert werden, um eine gleichmäßige Konusform zu erreichen.
- Fertigstellung: Am Ende wird die Schweißnahtkante exakt angepasst – entweder per Hand oder durch automatische Positionierungshilfen.
Typische Anwendungen
Konisch gebogene Werkstücke kommen häufig zum Einsatz in der Lüftungs- und Klimatechnik, im Behälterbau, in der Verfahrenstechnik, bei Trichtern, Übergangsstücken oder auch bei Zyklonabscheidern. Sie sind funktional und ästhetisch anspruchsvoll und erfordern daher hohe Maßgenauigkeit und wiederholbare Ergebnisse.
Fazit
Das konische Biegen mit einer Rundbiegemaschine erfordert Erfahrung, technisches Know-how und eine gut ausgerüstete Maschine. Mit der richtigen Walzentechnologie und präziser Steuerung lassen sich konische Formen in hoher Qualität wirtschaftlich herstellen. Für Betriebe, die regelmäßig konische Werkstücke fertigen, lohnt sich die Investition in eine Rundbiegemaschine mit spezieller Konus-Funktionalität und optionalem CNC-Support.
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