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Glossar Kompaktes Wissen von A-Z

Rückfedern beim Blechbiegen – Korrekturfaktor für präzise Ergebnisse

Elastische Rückfederung Blechbiegen CNC-Abkantpresse Hezinger
Eintauchgenauigkeit bei Abkantpressen – Präzision in der Blechbearbeitung

Darstellung des Rückfederverhaltens beim Blechbiegen auf einer CNC-Abkantpresse von Hezinger. Moderne Maschinen gleichen die elastische Rückfederung automatisch aus, um exakte Winkel und präzise Maßhaltigkeit zu gewährleisten

Beim Blechbiegen tritt ein physikalischer Effekt auf, der oft unterschätzt wird: das elastische Rückfedern. Es beschreibt das Phänomen, dass sich das Werkstück nach dem Biegevorgang teilweise zurückbiegt – also „aufmacht“. Die Ursache liegt in der elastischen Verformung des Werkstoffs, die sich beim Entlasten teilweise zurückbildet.

Einflussgrößen des Rückfederverhaltens

  • Werkstoff: Edelstahl und hochfeste Stähle federn deutlich stärker zurück als Aluminium.
  • Blechdicke: Dünne Bleche zeigen tendenziell stärkere Rückfederung als dickere.
  • Biegeradius: Je größer der Radius, desto stärker die Rückfederung.
  • Biegeverfahren: Freies Biegen führt zu mehr Rückfederung als Gesenkbiegen oder Prägebiegen.

Korrektur in der Praxis

CNC-Abkantpressen und Rundbiegemaschinen mit Winkelmesssystem oder Rückfederkompensation gleichen diesen Effekt automatisch aus. Alternativ kann der Winkel manuell „überbogen“ werden, z. B. 92° statt 90°, um nach dem Rückfedern das Zielmaß zu erreichen.

Fazit

Die präzise Berücksichtigung des elastischen Rückfederverhaltens ist entscheidend für Maßhaltigkeit und Wiederholgenauigkeit. Moderne Maschinen mit automatischer Kompensation bieten hier klare Vorteile und senken den Ausschuss signifikant.

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